Verkehrte Berufswelten

von GATEWAY.one

In der Schweiz gibt es über 180 EFZ-Berufe, die man lernen kann. Eine riesige Auswahl und es ist gar nicht so einfach, sich da zu entscheiden. Bei einigen Berufen hat man den Eindruck, sie seien «typisch männlich» bzw. «typisch weiblich», z.B. Maurer und Zimmermann für Jungs; Kosmetikerin und Dentalassistentin für Mädchen. Deshalb werden sie bei vielen Lehrstellensuchenden von der Liste gestrichen. Wir stellen euch hier Personen vor, die grad umgekehrt gehandelt haben. Heute sind es zwei Frauen mit «Männerberufen».

Olivia war schon immer von schweren Maschinen fasziniert. Auf dem Bauernhof der Grosseltern ist sie quasi mit ihnen aufgewachsen und deshalb wollte sie auch keinen Beruf lernen, bei dem man den ganzen Tag im Büro sitzt, sondern etwas «handfesteres». Olivia hat sich für die vierjährige Lehre als Polymechanikerin entschieden. Ihr war es egal, dass sie die einzige Frau war im Betrieb, ihrem Umfeld nicht so ganz: «Tanten und Onkel, die mich davon abhalten wollten, habe ich aber einfach nicht beachtet». Dass es nicht ganz einfach war, sich in einem männlichen Umfeld zu beweisen, ist Olivia aber bald aufgefallen: «Bist du zu schlecht, nehmen sie dich nicht ernst. Bist du zu gut, können sie nicht damit umgehen». Heute arbeitet Olivia nicht mehr als Polymechanikern, sondern ist Partnerin in einer Agentur für digitale Strategien und Online-Kommunikation.

Astrid hat ebenfalls einen «typisch männlichen Beruf»: Sie ist Müllerin. Drei der vier Lehrjahre hat sich in der Fachrichtung Tiernahrung absolviert, das vierte Jahr im Bereich Lebensmittel. «Eigentlich bin ich zufällig zu diesen Beruf gekommen. Ich kannte meinen damaligen Lehrmeister und der suchte noch Lernende. Die drei Schnuppertage haben mir dann so gut gefallen, dass ich mich für diese Lehre entschieden habe». Im Gegensatz zu Olivia fühlte sie sich während der Lehrzeit nicht anders behandelt als ihre männlichen Kollegen. Doch auch bei ihr gab es hin und wieder Probleme. Insbesondere am Anfang der Lehrzeit sei die körperliche Arbeit sehr anstrengend gewesen, aber sie habe sich daran gewöhnt. Nach der Lehrzeit hat Astrid dann auch noch fünf weitere Jahre als Müllerin gearbeitet und noch heute ist sie in einem Getreidesilo tätig, allerdings im Büro.

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